Fußball

Erklärungen zu den Szenen und Motiven

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Die Kinder die im Tor spielen sollen versuchen alle Bälle zu fangen anstatt sie abzuwehren. So lernen sie welche Schüsse festgehalten werden können und welche eben nicht.


Kinder sollen lernen wie man einen Ball festhält. Die richtige Entscheidung zu treffen ob man einen Ball lieber festhält oder wegfaustet kommt später. Denn diese Entscheidung ist durchaus von den Fang-Fähigkeiten des einzelnen Torwarts abhängig.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass jeder weggefaustete Ball im Kindesalter eine vertane Chance ist im Fangen besser zu werden.


Gefangen werden alle Bälle die höher kommen als der eigene Bauchnabel. Alles darunter wird mit einer Schaufel-Bewegung der Arme aufgenommen und ist hier nicht das Thema.


Zum üben sind Bälle der größe 4 besser als die erwachsenengröße. Noch besser ist die größe 3 wie sie einige Verbände beim Futsal-Spielen verwenden.

Eine gute Vorstellung vom Fangen eines Fußballs ist die: Daumen und Zeigefinger halten den Ball auf, die restlichen Finger halten den Ball fest.

Daumen und Zeigefinger beider Hände können sich dabei berühren, was aber nur bei kleinen Bällen geht.

Daumen-an-Daumen funktioniert dagegen oft auch bei größeren Bällen. Der Hauptgrund für diesen Hinweis ist der sehr häugige Fehler, dass die Kinder beide Hände in einer entgegengesetzten Kreisbahn nach oben führen und den Ball dann gerne von beiden Seiten packen wollen. Schnelle Bälle oder langsame Hände sorgen dann schnell mal für blutige Nasen.


Die Hände sollten daher schon (fast) Daumen-an-Daumen nach oben geführt werden. So kann der Ball zumindest nicht durchrauschen. Den Ball dann mit den Fingern auch noch festzuhalten ist eine reine Übungsfrage und sollte daher regelmäßig im Training aller Spieler auftauchen.


Häufig werden Bälle (trotz richtiger Handhaltung) nicht direkt gefangen sondern direkt nach unten 'geklatscht' von wo sie aufspringen und leicht aufgenommen werden können. Wenn alles gut geht. Schlechter Boden oder ein gegnerisches Bein im Weg und der Ball ist futsch oder gleich im Tor. Deshalb diese Idee gleich wieder aus den Köpfen entfernen.


Die Kinder sollen “Bälle aus der Hand” weit nach Vorne abschlagen. Nicht zu flach, nicht zu hoch.


Ein falscher Torwartabstoß ist im Grunde ein rein technischer Fehler. Dabei gibt es die merkwürdigsten Varianten. Spieler die den Ball 3 Meter in die Luft werfen oder vor dem eigentlichen Schuß auf den Boden werfen um den abspringenden Ball zu treten.


Der häufigste Fehler allerdings ist ein unpassendes Timing von 'Ball loslassen' und 'Anlauf- und Schußrhythmus.

Dabei wird der Ball entweder ein kleines Stück hochgeworfen und ist nicht rechtzeitig wieder unten, sodass die Ausholbewegung des Schußbeins unterbrochen werden muss (womit es faktisch keine Ausholbewegung mehr ist) oder aber der Ball ist beim Auftrefen des Fußes noch viel zu weit oben und wird dann fast senkrecht in die Luft geschossen. 

Häufig wird der Ball auch zu weit vorne losgelassen, bzw. ein Stück weit nach vorne geworfen.

Im schlechtesten Fall wird der Ball dann gar nicht mehr getroffen. Oder nur mit der Fußspitze (was durchaus schmerzhaft sein kann). Gelegentlich versuchen Spieler das dadurch auszugleichen, dass sie die Hüfte auf der Seite des Standbeins weit nach vorne schieben und so kaum noch Kraft auf den Ball übetragen können. Der fliegt dann keine 10 Meter weit.


Ein Hochabstoß sollte 'flüssig' sein, d.h. es sollte eine durchgängige Bewegung sein ohne mittendrin zu stocken.

Der letzte Schritt sollte etwas länger sein, damit der Fuß mit dem geschossen wird einen längeren Beschleunigungsweg hat.

Bei Kindern ist es besser wenn sie den Ball mit beiden Händen halten und loslassen (nicht werfen). Der Ball kann aber auch mit einer Hand gehalten werden. Mit welcher ist nicht so entscheidend. Rechtsfüßer die den Ball mit links halten neigen aber oft zu einem starken linksdrall, weil der Ball losgelassen wird während der rechte Fuß noch hinten ist. Und zu der Zeit ist bei natürlicher Armhaltung die linke Hand hinten. Wird der Ball aus der linken Hand losgelassen, ist der Ball oft zu mittig vor dem Körper fliegt dann nach links.


Für die Abstoßtechnik des Hüftdrehstoßes muss der Ball allerdings mit Links losgelassen werden, weshalb einige Torhüter beide Varianten so ausführen.

Beim Hüftdrehstoß wird der Ball neben dem Körper auf Höhe der Hüfte gespielt. Mit einer Drehbewegung. Das ist schwieriger auszuführen und erreicht nicht ganz die Entfernung des 'normalen' Hochabstoßes. Der Ball ist aber durch die gradere Flugkurve schneller am Ziel und kann etwas besser verarbeitet werden.


Eine weitere Variante ist der Drop-Kick. Hier wird der Ball erst auf den Boden fallengelassen um in kurz nach dem Aufprall zu treffen.

Diese Variante birgt die Gefahr, dass der Ball von unebenem Untergrund schlecht abspringt und das Timing ist etwas schwieriger.

Der Drop-Kick kann aber gerade für Kinder eine Alternative sein, die den Ball regelmäßig zu früh treffen, also wenn er noch zu hoch in der Luft ist.


Der Ball sollte kurz vor dem Aufprall getroffen werden.


Sind eure Kinder als erstes am Ball müssen sie den Ball mitnehmen und weiterlaufen. Anhalten und umdrehen führt zu Ballverlusten. Drauftreten und 3 Schritte auslaufen ist besonders schlecht.

 

Dieser "Fehler" ist im Kindesalter sicherlich der, der zu den meisten Gegentoren führt.

Der Ball geht verloren, der Gegner schießt ihn lang nach vorne. Wegen des eigenen Drucks oder um einen Mitspieler in Szene zu setzen ist dabei egal.

Euer Spieler ist zwar aufgerückt, also mit nach Vorne gegangen, dank gutem Positionsspiel aber als erstes an dem langen Ball. Allerdings dicht verfolgt vom Gegenspieler.

Die Erwachsenen-Lösung wäre hier ganz klar ein Rückpass auf den Torwart und ein darauf folgendes seitliches Anbieten.

Ebenfalls eine taugliche Lösung ist es den Ball mitzunehmen und in einem relativ großen Bogen nach Außen zu dribbeln um damit den eigenen Mitspielern zu ermöglichen wieder hinter den Ball zu kommen.

Leider wird hier gerne mal zu der schlechtesten aller Möglichkeiten gegriffen.

Anhalten und Umdrehen.

Anhalten und Umdrehen ist eigentlich immer eine schlechte Idee (einzige Ausnahme: es ist kein Gegenspieler in der Nähe).

Wenn eure Spieler den Ball stoppen und dann selber anhalten oder auch nur langsamer werden, hat der Gegenspieler die Möglichkeit einfach schnell weiterzulaufen. Wenn er es schafft dabei den Ball "mitzuspitzeln", dann läuft er alleine auf den Torwart zu und erzielt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Gegentor.


Wenn eure Spieler das so machen, dann erklärt ihnen warum das schlecht ist, selbst wenn es in dem speziellen Fall gut ausgegangen sein sollte.

Erwartet aber nicht zuviel Einsicht. In der Regel müssen die Kinder jeden Fehler selber einmal gemacht und die Konsequenzen daraus erfahren haben.

Wenn eure Spieler das von alleine schon richtig machen, dann erklärt ihnen das trotzdem wenn ihr ihnen die Karte gebt. Sonst lauft ihr Gefahr, dass sie es irgendwann, wiederum aus Intuition, anders, also falsch, machen. Und dann habt ihr zumindest die Karte nicht mehr als Motivationshilfe.


Hohe Bälle, z.B. nach Abstößen, müssen aus der Luft heraus verarbeitet werden. Nicht aufspringen lassen. Nicht wegducken.


Wenn hohe Bälle, wie Abstöße, Flanken, Flugbälle, Befreiungsschläge oder auch Einwürfe nicht direkt aus det Luft angenommen werden liegt eher selten ein technischer Fehler vor.  Und wenn, dann ist es fast immer eine Fehlberechnung der Flugbahn, also ein Mangel an Antizipationsfähigkeit. In solchen Fällen versuchen die Kinder den Ball an- oder mitzunehmen, springen oder treten aber daneben. Das kommt häufig bei Hochabstößen vor, weil der Ball, der vorher noch sehr hoch geflogen ist, beim runterfallen immer weiter beschleunigt (zumindest in vertikaler Richtung). Das kann das ungeübte Gehirn nicht vorausberechnen.

Meistens geht die An- oder Mitnahme aber 'nur' schief, der Versuch ist da.

Hier braucht es nur einiges an Übung.


In den meisten Fällen aber in denen hohe Bälle nicht angenommen werden haben die Kinder schlicht Angst vor dem Ball. Vor allem wenn er nicht auf Fußhöhe kommt, sondern auf Bauch-, Brust- oder Kopfhöhe.


Bei Kopfbällen ist auch wirklich Vorsicht geboten. Die Meinungen gehen hier auseinander und bestimmt werden sich hier in Zukunft noch weitere Erkenntnisse in Regelungen oder Empfehlungen niederschlagen:

Die einen meinen, dass Kinder überhaupt keine Kopfbälle machen sollten. Die USA haben seit 2015 Kopfbälle für Kinder unter 10 Jahren komplett verboten und für Kinder unter 13 im Training.

Eine Faustformel an die auch wir uns in unseren Mannschaften halten, allerdings schlagen wir auch keine Flanken in dieser Altersgruppe (und wenn Gegner damit zu Toren kommen, weil unser Spieler das nicht verteidigen, dann juckt uns das überhaupt nicht)

Die andere Fraktion meint, dass die Jungs und Mädchen es mit 14 und später nicht mehr richtig lernen (können und wollen) und es für sie dann noch schlimmer kommt.


Wir haben uns jedenfalls entschieden Kopfbälle nicht auf dieses erste Plakat zu stellen.


Beim Anlaufen und auch im Zweikampf müssen die Kinder zwischen dem Ball und dem eigenen Tor bleiben. Werden sie langsamer oder bleiben stehen kann der Gegner ihn überlaufen und der Spieler kann nicht mehr eingreifen.


Die Kinder müssen den Ball erobern. Nur abdrängen reicht nicht. Pressschläge müssen gewonnen werden.


Sind eure Kinder erschöpft müssen sie sich auswechseln lassen. Auf dem Feld wird immer gelaufen. Die ganze Zeit.


(nicht hochspringen lassen)

Die Kinder sollen den Ball so mitnehmen, dass er den Boden nicht verlässt. Flach angenommen Bälle können direkt “weiterverarbeitet” werden.

 


Der Ball muss über dem Kopf losgelassen werden. Aus beiden Händen gleichzeitig. Beide Füße müssen auf dem Boden bleiben. Außerhalb des Spielfeldes


Rücken und Beine bilden eine Gerade. Kein

Durchhängen, kein Rausstrecken. Arme gestreckt, Nase auf den Boden (nur die Nase), Arme gestreckt.


Der Einwechselspieler darf den Platz erst betreten, wenn der Ausgewechselte ihn verlassen hat.


Die Kinder müssen in der Lage sein mit dem Ball am Gegner vorbei zu laufen. Finten sind gut aber noch nicht nötig. Was sie auf jeden Fall brauchen ist Tempo.


Jedes Kind hat eine Lieblingsseite um den Gegner auszudribbeln. Es muss aber auf beiden Seiten vorbeigehen können.


Wenn eure Kinder sich, z.B. nach einem Zweikampf, Weh getan haben, müssen sie trotzdem schnell wieder aufstehen und die Situation zu Ende spielen. Natürlich nur wenn es “nur” Schmerzen sind. Bei Verletzungen auf keinen Fall weiterspielen lassen!

 


Die Kinder sollen auf den Ball zu gehen, nicht auf ihn warten. Kurz vor der Ballannahme werden die Kinder gerne mal langsamer. Das korrigieren!


Die Kinder sollen den Ball mit dem Spann treffen. Mit nach unten, leicht nach außen geneigtem Fuß. Nicht mit der Picke (zu kleine Trefferfläche, schlechte Impulsübertragung). Nicht mit der Seite (dann schießt das Kind mit den Adduktoren, nicht mit der Oberschenkelmuskelatur)


Kinder schießen den Ball gerne über den Torwart hinweg ins Tor. Das geht aber nur weil die 2x5 Meter Tore zu groß sind. Besser die Kinder lernen gleich den Ball flach aufs Tor zu schießen. Flach und ohne Kurve und der Ball ist maximal schnell im Tor.


Beim Torschuss sollte der Ball nicht rotieren. Rotation ist Verschwendung von Impulsenergie. Der Ball könnte ohne Drall also schneller sein. Außerdem bekommt der Ball ohne Rotation eine instabile, für den Torwart schwer zu erahnende Flugbahn (Magnuseffekt).


Die Kinder sollen hart aufs Tor schießen. Kein schieben oder schlenzen. Tore fallen am ehesten wenn der Ball so schnell beim Tor ist, dass der Torwart keinen Zwischenschritt machen kann.


Kinder wollen gewinnen. Sie sollen auch versuchen dürfen zu gewinnen.